Kieler-Woche-Radrennen

Gregor Hoops prägt 70. Kieler-Woche-Rennen

Pia Osterloh siegt bei den Frauen – Thorben Haushahn Zweiter im Amateure C-Rennen

Hier der ausführliche Bericht zum 70. Kieler-Woche-Radrennen:

Pünktlich um 14 Uhr gab Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer den Startschuss zum 70. Kieler-Woche-Rennen um den „Großen Preis der Firma Dubau“. Bevor er die insgesamt 63 Männerfahrer der Kategorie Elite KT ABC auf den Rundkurs in Kiel-Mettenhof schickte nahm er eine spezielle Ehrung vor. Für ihr jahrzehntelanges Engagement um die Durchführung und den Erhalt dieser Traditionsveranstaltung erhielten Gustav Körner und Dieter Haushahn ein Buchgeschenk. Das Besondere: Es zeigt die ehemalige Rennstrecke „Rund um den Kleinen Kiel“und den aktuellen Austragungsort des Osloring aus der Vogelperspektive.

Dann gehörte die Rennstrecke den Radcracks. Nicht ganz. Der sportliche OB ließ es sich nicht nehmen die RadrennsportlerKieler-Woche-Rennen 2018: Sprint der C-Klasse auf einem erstmals zu dieser Kieler Woche kreierten Spezialrad im KIWO-Design eine Runde lang zu begleiten. Ab Runde zwei gab es nur noch eins, Tempo, Tempo, Tempo. Die 20 KT A/B Fahrer und die 43 C-Fahrer gaben richtig Gas. Mit mehr als 45 km/h zogen die Akteure ihre Bahnen. Mit dabei Vorjahressieger Lucas Carstensen vom KT Profiteam Bike Aid. Er gewann auch die erste von der Fa. Dubau gestifteten Prämien. Plötzlich einsetzender Regen sorgte auf dem rutschigen Asphalt für erschwerte Rennbedingungen. Es wurde die Stunde des Rad-Asses Gregor Hoops vom veranstaltenden Kieler Radsport Verein. Er attackierte aus dem Feld heraus und setzte zu einer Solofahrt an. Sein Überraschungsangriff sorgte im Feld für eine abermalige Tempoverschärfung. Erste Fahrer fielen aus dem Peleton heraus. Gut im Bilde zeigten sich jedoch Max Lindenau (Stevens Racing Team), Maik Schindler (elektroland 24 Cycling Team), Maximilian Höflich (Canyon RAD PACK) und Vorjahressieger Lucas Carstensen. Binnen fünf Runden schlossen sie zum führenden KKieler-Woche-Rennen 2018: Podium C-Klasseieler auf. Die Gruppe stand und machte Pace. Runde für Runde baute das Quintett die Führung aus. Sie hätten sogar die Überrundung des Hauptfeldes vollzogen. Doch auf Regieanweisung des Wettkampfgerichtes blieben sie in Sichtweite. Der Grund: Bei Kilometer 60 war das Finale der 43 gestarteten C-Fahrer angesagt, von denen jedoch nur noch 24 den Sieg unter sich ausmachen sollten. Hier zeigte der Kieler Thorben Haushahn, dass er das Radrennfahren nicht verlernt hatte. Nach neunjähriger Sportpause spurtete der 30 jährige hinter Sebastian Beyer vom Team Embrace The World Cycling auf Platz zwei der Tageswertung. Zudem wusste der Kieler Youngster Torben Sander durch seine beherzte Fahrweise zu überzeugen. Sein Lohn Rang 22. Zurück zum Rennen der KT AB. Das Finale wurde dramatisch.

Aus der Fünfergruppe waren plötzlich nur noch vier Athleten in Front. Gregor Hoops fehlte. Ausgangs der Zielkurve hatte er sich versteuert und musste den Umweg über den Bürgersteig nehmen. Runde für Runde kämpfte er sich unter großen Kraftaufwand in die Spitzengruppe zurück. Die Zuschauer waren förmlich aus dem Häuschen. Nach 75 Kilometer dann der Finalspurt. Der weiße Radhelm des Vorjahressiegers Lukas Carstensen lag zweihundert Meter vor dem Ziel in Führung. Doch auf den letzten Metern schob der 24 jährige Hamburger Max Lindenau sein Vorderrad als Sieger des „Gr. Preises der Fa. Dubau“ über den Zielstrich. Strahlender Dritter: Gregor Hoops. Mit unbändigen Willen sprintete der Kieler Sonnyboy Rang drei. Und er konnte sich freuen. Hatte er doch tags zuvor beim Specialized Cup in Flintbek ein Radkriterium gegen starke Konkurrenz als Sieger beendet. Bereits eine Stunde vor dem Start des Männer-Rennen stand er mit seinem Vereinskameraden Tjorden Delfs auf dem Podium. Beim erstmals durchgeführten Rundenrekordfahren über 2000 Meter landete das Kieler Duo mit einer Fahrzeit von 2:28 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46,6 km/h hinter den Teams von Stevens und elektroland 24 auf Platz drei.

Für die Überraschung des Tages sorgte die Kielerin Pia VictoriaKieler-Woche-Rennen 2018: Frauen Osterloh. Ausgestattet mit einer BDR-Tageslizenz gelang der Radamazone bei ihrem ersten offiziellen Radrennen der Tagessieg, welch ein Einstand. Im Rennen über 40 km attackierte sie mit dem Einläuten der Schlussrunde. Und sie zeigte Biss, gab die Führung nicht mehr ab. Im Grunde genommen feierten die KRV-Girls einen Doppelsieg. Die Zweitplatzierte Kim Johanna Kohlmeyer ist ebenfalls Mitglied im Kieler RV, jedoch im Trikot des belgischen Radteams Autoglas Wetteren unterwegs. Das tolle Abschneiden komplettierten ihre Kieler Mitstreiterinnen Jenny Lassen als Fünfte und das Geburtstagskind Jorid Behn die als Neunte ins Ziel fuhr.

Starken Zuspruch fanden die Rennen der Hobbyfahrer. Mit mehr als 40 Anmeldungen zeigte sich Rennorganisator und KRV-Vorsitzender Jens-Dieter Haushahn mehr als zufrieden. Besonders happy war er zudem über den regen Zuspruch beim wieder in das Rennprogramm aufgenommenen Kinderrennen. Dank der Unterstützung der Stadt Kiel konnten mehr als fünfzig Kids ausgestattet mit einem speziellen KIWO T-Shirt in vier Altersklassen in die Pedalen treten.

Fotos: Adalbert Schwede und Einar Behn

Von Jens-Dieter Haushahn am 20.06.2018
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